Salman Ansari Menschen · Natur · Leben · Literatur · Musik

26Jul/130

Kindliche Welterfahrung

Kapitel: | 1 | 2 | Weiter |

Kinder erhalten in der Schule Antworten auf Fragen, die sie nie gestellt haben und verlieren so die Lust, sagt Salman Ansari. Besonders die Verschulung des Kindergartens lehnt der Autor von "Rettet die Neugier!" ab. Vier- und Fünfjährige sollen selber entscheiden, wo es langgeht.

Quelle: Deutschlandradio, Susanne Billig über Salman Ansari: "Rettet die Neugier!", Krüger Verlag, Frankfurt am Main 2013, 224 Seiten

Katharina läuft in jeder Pause auf den Schulhof und sieht einem älteren Jungen beim Jonglieren zu. Bald beginnt sie selbst zu üben, stundenlang jeden Tag. "Das macht mir Spaß", erklärt sie ernsthaft und glücklich. Seufzend kommentiert die Klassenlehrerin: Wenn Katharina im Unterricht doch auch nur so geduldig wäre.

Eine kleine Geschichte aus dem neuen Buch von Salman Ansari "Rettet die Neugier!" und eine schmerzhafte Beobachtung: Spielende Kinder aller sozialen Schichten, jeder kulturellen Herkunft legen ein Maß an Konzentration, Ausdauer, Frustrationstoleranz und Lernbereitschaft an den Tag, das Erwachsene vor Neid erblassen lassen müsste. Dieselben Kinder zeigen sich schon nach kurzer Schulzeit frustriert oder verunsichert, halten das Lernen für öden Zwang und fiebern den Ferien entgegen. Wie kann das sein? Und vor allem: Wie könnte es anders sein? Diesen Fragen geht das Buch in zehn Kapiteln auf den Grund.

Kinder erhalten fortwährend Antworten auf Fragen, die sie niemals gestellt haben - und darum verstummen sie eines Tages, so analysiert der Autor. Vor allem die Ausweitung schulischer Bildungsideen auf die Kindergartenpädagogik ist ihm ein Dorn im Auge. Denn Kinder bräuchten kein vorgefertigtes Wissen, sondern Erfahrungsräume. Wie das aussehen könnte, lotet der Autor bei eigenen Kita-Projekten aus. In seinem Buch zeichnet er viele Dialoge und Gruppengespräche nach, die er mit Vier- und Fünfjährigen führt. Luft, Wasser, Wachstum, schwer und leicht, groß und klein lauten die Themen. Wo es lang geht, entscheiden die Kinder.

Kapitel: | 1 | 2 | Weiter |

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